Grünland-Bodenpflege – Bodenerhalt und Kohlenstoffspeicherung
Grünlandböden speichern erhebliche Mengen organischen Kohlenstoffs und erfüllen wichtige Ökosystemfunktionen: Wasserregulierung, Erosionsschutz, Lebensraum für Bodenorganismen. Die Erhaltung dieser Funktionen hängt direkt von der Art der Bewirtschaftung ab.
Grünland als Kohlenstoffspeicher
Dauerhaft bewirtschaftetes Grünland akkumuliert im Boden organischen Kohlenstoff durch die kontinuierliche Einarbeitung von Wurzelbiomasse und Bestandsabfall. Dieser Prozess kann über viele Jahrzehnte anhalten, sofern das Grünland nicht umgepflügt wird.
Der Umbruch von Dauergrünland in Ackerland führt zur schnellen Mineralisation des gespeicherten Kohlenstoffs. Das zuständige Bundesumweltamt und das Thünen-Institut haben in ihren Berichten zur deutschen Treibhausgasbilanz darauf hingewiesen, dass Grünlandverluste ein wesentlicher Faktor für Kohlenstoffemissionen aus der Landwirtschaft sind.
Bodenverdichtung verhindern
Bodenverdichtung durch schwere Maschinen oder Tiertritt reduziert die Porosität des Bodens und verschlechtert das Wasserregime. Auf verdichtetem Boden kann Regenwasser schlechter eindringen, was zu oberflächlichem Abfluss und Erosion führt.
Maßnahmen zur Vermeidung von Bodenverdichtung:
- Einsatz von Maschinen nur auf tragfähigem Boden – Arbeiten bei Nässe vermeiden
- Bereifung und Reifendruck optimieren (breitere Reifen mit geringerem Druck verteilen Gewicht besser)
- Überfahrten minimieren und gleichmäßig verteilen
- Auf nassen Flächen auf maschinelle Eingriffe verzichten oder diese auf Sommer beschränken
Narbenpflege
Eine intakte Grasnarbe schützt den Boden vor Erosion und erhält seine Strukturqualität. Narbenreparatur ist nötig nach:
- Trittschäden durch Weidevieh an feuchten Stellen
- Maulwurfshügeln und Wühlmausschäden
- Schäden durch Erntemaschinen
Übersaat mit regionalem Saatgut ist einer vollständigen Neueinsaat vorzuziehen. Für Naturschutzflächen sollte autochthones Saatgut aus zertifizierter Herkunft verwendet werden.
Bodenuntersuchung als Grundlage
Regelmäßige Bodenuntersuchungen geben Auskunft über pH-Wert, Nährstoffgehalte und Humusgehalt. Auf der Grundlage von Bodenanalysen kann die Düngung (falls überhaupt vorgesehen) bedarfsgerecht erfolgen. Für extensiv bewirtschaftetes Grünland werden Bodenproben in der Regel alle vier bis sechs Jahre empfohlen.
Erosionsschutz auf Grünland
Erosion auf Grünland tritt primär an steilen Hanglagen auf, wenn die Grasnarbe beschädigt ist oder der Boden übermäßig betreten wird. Erosionsschutzmaßnahmen:
- Offene Narbenflecken zeitnah nachsäen
- Hangentwässerung nur fachgerecht anlegen und pflegen
- Tiertränken von erosionsgefährdeten Stellen fernhalten
- Wege und Trampelpfade in Hanglage mit Befestigungsmaterial stabilisieren
Grünlandumbruch: rechtliche Situation
In Deutschland gilt nach dem Direktzahlungen-Durchführungsgesetz (DirektZahlDurchfG) ein Umbruchverbot für bestimmte Dauergrünlandflächen. Das betrifft insbesondere Grünland in bestimmten Kulissen (wasserrelevante Gebiete, Moorböden, Schutzgebiete). Verstöße können zum Wegfall von Direktzahlungen führen.
Grünlanderhalt ist außerdem Bedingung für die Inanspruchnahme vieler Agrarumweltprogramme. Zuständige Landesbehörden führen eigene Grünlandkataster und können über die jeweiligen Auflagen informieren.